Die Internationale Organisation für Migration (IOM) bietet Migrantinnen und Migranten, die freiwillig in ihr Heimatland zurückkehren bzw. weiterwandern wollen, finanzielle Unterstützung an.
Im Jahr 1979 wurde die IOM vom damaligen Bundesministerium für Familie, Jugend und Gesundheit beauftragt, das REAG-Programm durchzuführen. Durch das GARP-Programm – eingeführt und finanziert durch das Bundesministerium des Innern- wurde 1989 eine weitere Komponente zur Finanzierung der freiwilligen Rückkehr geschaffen. Die Zusammenführung der Programme REAG und GARP erfolgte am 1. Januar 2000, als das Bundesministerium des Innern die Gesamtverantwortung für beide Programme übernahm.
Das REAG/GARP-Programm ist ein humanitäres Hilfsprogramm. Es unterstützt finanziell und operationell die freiwillige Rückkehr und Weiterwanderung von Drittstaatsangehörigen, bietet Starthilfen für ausgewählte Staatsangehörige und dient der Steuerung von Migrationsbewegungen. Zu dem berechtigten Personenkreis, der dieses Programm in Anspruch nehmen kann, gehören vor allem AsylbewerberInnen, abgelehnte AsylbewerberInnen, Kriegs- und Bürgerkriegsflüchtlinge, sowie andere ausreisepflichtige Ausländer (Leistungsberechtigte nach §1 AsylblG), Personen, denen der Aufenthalt aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen gewährt wurde und Opfern von Zwangsprostitution oder Menschenhandel.
Die Beantragung der finanziellen Hilfen im Rahmen des REAG/GARP-Programms erfolgt durch lokale und regionale Behörden, Wohlfahrtsverbände, Fachberatungsstellen, Zentrale Rückkehrberatungsstellen und den Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR). Bundesweit arbeitet IOM mit über 1600 antragsübermittelnden Stellen zusammen.
Es können folgende Hilfen gewährt werden, abhängig von der Staatsangehörigkeit (definiert im Merkblatt des REAG/GARP Programms):

  • Übernahme der Reisekosten (z.B. Flugzeug oder Bus)
  • Zahlung einer zusätzlichen Reisebeihilfe
  • Einmalige Starthilfe für Staatsangehörige aus

migrationspolitisch bedeutsamen Herkunftsländern
Seit dem Bestehen dieser Programme konnten mehr als eine halbe Million Migranten und Migrantinnen bei ihrer freiwilligen Rückkehr ins Heimatland oder bei der Weiterwanderung in ein Drittland finanziell unterstützt werden.
Weitere Informationen über das Programm sind bei Sozialämtern oder Ausländerämtern in allen deutschen Städten und Gemeinden, bei Wohlfahrtsverbänden, Fachberatungsstellen, zentralen Rückkehrberatungsstellen oder direkt bei IOM Nürnberg erhältlich.

Brigitte Sander

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